Bericht über den 10. Besuch im Heiligen Land

 

Unser 10. Besuch im Heiligen Land geschah zehn Jahre nach unserem ersten Besuch im Jahre 1991.

Der Schwerpunkt lag diesmal auf Aufenthalte in Galilaea, Jerusalem u. Bethlehem-Beit Sahour. Unter Leitung unseres General-Großpriors Fra Werner und mit sachkundiger Führung unseres Diakons Kyrill Hubertus starteten wir mit 20 Personen von Frankfurt nach Tel Aviv. Mit dem eigenen Bus ging es in unser erstes Quartier nach Ibellin in den Bergen Galilaeas etwa 25 km von Haifa und Akko entfernt. In Ibellin hat S.E. Erzbischof Elias Chacour wahrhaft Unglaubliches geleistet. Hier, wo er 30 Jahre Pfarrer war, hat er mit einem ersten Kindergarten begonnen. Es folgten Schulen und der Bau der "Elias-Universität" mit heute rd. 1.500 Studenten sowie der Neubau einer Kirche.

Wir wohnten im Gästetrakt über der Grundschule und besuchten dort die Kinder in ihren Klassen.

 

Von Ibellin starteten wir zu unseren Zielen nach Nazareth, Kanaa u. der alten Kreuzfahrerstadt Akko am Mittelmeer.

Hier, wo ein 340 Meter langer "Templertunnel" endet, entdeckten wir neben der St. Andreas Kirche und über einer Krypta der Templer das Haus, dass uns inzwischen mit Vertrag von Erzbischof Abuna Elias Chacour für zunächst 20 Jahre übertragen wurde. Hier planen wir z.Zt. ein Wohn- u. Bildungsheim für Kinder aus armen Familien und Straßenkinder. In der Residenz des Erzbischofs in Haifa empfing uns Abuna Elias Chacour zu einem Meinungsaustausch und schenkte jedem sein neues Buch mit einer Widmung.

Während unseres Aufenthaltes in Galilaea wurde auch Nazareth, Caesarea am Meer, der Berg Karmel und Tabgha mit dem Berg der Seligpreisungen besucht. In Banyas, dem biblischen "Caesarea Philippi" im Dreilaendereck Libanon, Syrien u. Israel, begaben wir uns zu den Quellen des Jordan die am Fusse des Berges Hermon entspringen. Hier füllten wir unsere Flaschen mit Jordan-Wasser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Abschluss unserer Tage in Galilaea bildete eine Bootsfahrt auf dem See Genezareth. Diakon Kyrill las dabei einige Stellen aus der Bibel über Jesu Wirken am und auf dem See Genezareth.

Am anderen Ufer sahen wir die "Hörner von Hattin", Symbol für die Niederlage der Ordensritter und Kreuzfahrer gegen Sultan Saladin.Den Abschluss unserer Tage in Galilaea bildete ein Pfingst-Gottesdienst unter freiem Himmel mit Erzbischof Chacour.

In Galilaea leben über 100.000 palästinensische Christen. Die persönliche Begegnung mit diesen Christen der Urkirche war ein unvergessliches Erlebnis. Sie sind voller Dankbarkeit für unsere Hilfe aber besonders über die Kontakte mit uns. Nach einigen schönen und erlebnisreichen Tagen in Galilaea fuhren wir durch die Wüste Judaea nach Jericho und weiter nach Jerusalem. Hier im renovierten Gästehaus des Patriarchates begrüßte uns unser Obr. Archimandrit P. Josef Saghbini und der Patriarchal-Vikar, S.E. Erzbischof Joseph Jules Zerey. Im Herzen der Heiligen Stadt und am Geistlichen Sitz unseres Ordens erlebten wir emotionale Tage u. Begegnungen: der Besuch in der Grabeskirche und der Gang zum Ölberg (Mount Olives) wo auch unser Prior Obr. Naim Khury seinen Sitz hat.

Er ist seit 19 Jahren Ritter und seit 16 Jahren unser Prior im Heiligen Land. Der Besuch auf dem Tempelberg und an der Klagemauer sowie der Benediktiner- Abtei und des Abendmahlssaal auf dem Berg Zion waren weitere Höhepunkte. Ein Vergnügen dagegen war der Badetag am Toten Meer unweit der "Höhlen von Qumram", denen wir auch einen Besuch abstatteten.

Am vorletzten Tag fuhren wir nach Bethlehem und beteten in der Geburtsgrotte JESU

bevor wir dann auf dem Hirtenfeld Beit Sahour die von uns vor 16 Jahren eingerichtete "Convent Clinic und Medical Center" besuchten.

Unser Besuch war angekündigt und so empfing uns der Direktor u. Urologe Dr. Raouf Azar mit offenen Armen. Wir konnten ihm 30 Hörgeräte und etliche chirurgische und medizinische Bestecke u. Geräte als Spende übergeben. Voll Freude führte er durch die inzwischen erweiterte und renovierte Klinik. Ein lieber Freund unseres Diakons Kyrill, Abuna Dr. Bernt Besch, Kanoniker vom Hl. Grab und Leiter der deutschen Sektion im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, überbrachte dann eine Einladung für unseren General-Großprior zum Mittagessen mit dem Lateinischen Patriarchen S.Seligkeit Patriarch Fouad Twal.

 

 

Es ergab sich dabei die Möglichkeit über unser Wirken und Hilfe im Hl. Land zu informieren. Es war nach 700 Jahren das erste Treffen eines Würdenträgers der Templer mit dem Lateinischen Patriarchen. Erinnert wurde daran, dass nach dem Fall von Akko im Jahre 1291 die überlebenden Tempelritter den lateinischen Patriarchen mit ihrem Schiff in Sicherheit gebracht hatten. Nach der Besichtigung einiger Räume und Säle gab es noch ein historisches Foto.

Zum Abschluss fand in der Jerusalemer Patriarchatskirche ein Gottesdienst mit der Investitur neuer Ordensritter durch den Generalprior und Prior von Jerusalem statt.

 

Außerdem erhielt der Kanoniker vom Hl. Grab, Abuna Dr. Bernt Besch die Insignien und Urkunde als neuer Ordenskaplan d'honneur der "Ritter Christi vom Tempel zu Jerusalem".

Nach einem abschließenden Dinner und einer kurzen Nacht im Patriarchat nahmen wir Abschied von Jerusalem und begaben uns zum Heimflug. An Geldspenden konnten wir für Projekte in Galilaea und Jerusalem insgesamt 6.000 Euro übergeben. Eine weitere Reise mit besonderer Besichtigung unseres neuen Hauses in Akko ist für Juni 2012 vorgesehen.

W.R.