Operation für Bereket war erfolgreich

BEREKET ist nach Äthiopien zurückegkehrt

Fast alle Ari leben von Landwirtschaft für den Eigenbedarf. Berekets Generation ist die erste, in der die meisten Kinder zur Schule gehen. Bereket hat gerade ihren Schulabschluß nach den 10. Klasse gemacht. Sie ist jetzt 18 Jahre alt. Vor neun Jahren machte sich ihre Krankheit erstmals bemerkbar: Plötzliche Schmerzen im Rücken und beim Gehen, die immer stärker wurden. Auf Wunsch ihrer Eltern, die ihren Zustand zunächst nicht ernst genommen hatten fuhr sie auf einem LKW 250 km nach Arbaminch in das nächstgelegene Krankenhaus, wo man ihr Flüssigkeit aus dem Rücken entnahm. Die Ärzte diagnostizierten Knochentuberkulose und behandelten sie: 60 Spritzen in 2 Monaten und 6 Monate lang Tabletten. Die Schmerzen wurden vorübergehend weniger. Aber einige Zeit später breiteten sie sich vom Rücken über Brust, Nacken und rechte Hüfte weiter aus und wurden immer unerträglicher.
Berket

Im Jahr 2007 schickten sie die Ärzte vom Krankenhaus in Wolleyta nach Addis Abeba; wo es moderne Röntgengeräte und Computertomographie gibt. Hier fanden den wahren Grund für ihre schlimmen Schmerzen. Die Diagnose: KYPHOSIS. Zwei ihrer Bandscheiben hatten sich bereits fast völlig aufgelöst, sodaß drei Wirbel auf einer Seite aufeinander liegen und miteinander verknöchert sind.Als Behandlung schlugen die Ärzte KYPHOPLASTIE vor, das Einsetzen künstlicher Wirbelteile. Die Ärzte informierten Bereket, daß eine solche OP in Äthiopien leider nicht möglich sei und am Besten in Deutschland oder den USA vorgenommen werden kann. Ein unerreichbares Ziel für die arme Bereket. Sie war am Ende ihrer Möglichkeiten und Hoffnungen angelangt. Ihre Schmerzen hielten kontinuierlich weiter an. Sie kann kaum richtig schlafen und nur noch auf einer Seite liegen. In der Schule, die sie tapfer weiter besuchte, hatte sie einen Spezialstuhl.

In Addis Abeba lernte Bereket die deutsche Anthropologin Dr. Susanne Epple von der Universität in Addis Abeba kennen. Frau Dr. Epple erfuhr Berekets leidvolle Krankheitsgeschichte und startete eine Hilfsaktion. Ihre Mutter, Marie‑Luise Epple aus Wolfsburg unterstützt in Deutschland die Aktion ihrer Tochter für eine OP von Bereket. Anhand von Röntgenbilder bestätigten deutsche Spezialisten die Diagnose ihrer äthiop. Kollegen und schlugen ebenfalls eine Operation vor. Dr. Susanne Epple fragte Bereket, ob sie zu einer OP in Deutschland bereit sei. Die Antwort: "Wenn ich dort behandelt werden könnte und endlich wieder ohne Schmerzen leben könnte, würde mich das sehr glücklich machen". Frau Marie‑Luise Epple nahm u.a. Kontakt zum "Royal Protector" des Templerordens OMCTH/OSMTH e.V., S.K.H. Prinz Dr. Asfa‑Wossen Asserate aus dem äthiop. Kaiserhaus auf. Der Prinz informierte unseren General‑Großprior in Köln und dieser kontaktierte Frau Epple in Wolfsburg, die sämtliche Unterlagen an den Templerorden sandte, der sich nun der Sache annahm und Spenden für Bereket's OP auf einem Spendenkonto sammelte.

Inzwischen ist die Operation von Bereket erfolgreich verlaufen. Unser Dank gilt insbesondere der orthopädischen Abteilung der Uni-Klinik Halle / Saale, die die Hälfte der Operationskosten von 20000€ als Spende übernommen hat. Unser weiterer Dank gilt dem Chefarzt Dr. Christoph Schönle der Rehaklinik in Bad Sassendorf, denn er hat sämtliche Aufenthalts- und Behandlungskosten sowie Therapien für Bereket persönlich übernommen. Während ihres Reha-Aufenthaltes hat General-Großprior Werner Rind vom OMCTH mit einer äthiopischen Dolmetscherin das Mädchen Bereket in Bad Sassendorf besucht und sich vom Fortgang ihrer Wiedergenesung überzeugen können.

Ein besonderer Dank gilt auch Frau Dr. Susanne Epple in Addis Adeba und ihrer Mutter Marie Luise Epple in Wolfsburg, die als erste auf das Schicksal von Bereket aufmerksam gemacht haben und sich bei ihrem Aufenthalt in Deutschland rührend um sie gekümmert haben. Seit April 2010 ist Bereket nun wieder in Addis Adeba und wird dort auch weiterhin von der Familie Epple bei ihrer Ausbildung unterstützt.
Inzwischen hat sich Bereket in einem persönlichen Schreiben an den Templerorden OMCTH für die großartige Hilfe bedankt.

 

Nachtrag!

Bereket schreibt uns, daß sie nach der Operation erstmals seit 10 Jahren ohne Schmerzen sei: "Das Gefühl kann man kaum beschreiben".

 

   

 

 

Sie ist in ihr Heimatdorf Jinka im Süden Äthiopiens zurückgekehrt. Mit einer weiteren Spende der Familie Epple und einem Restbetrag aus unserer Spendenaktion will sie nun eine Mühle erwerben, wo sie für die Bauern der Umgebung das äthiop. Teff und Hirse mahlen kann. Mit dem "Mahlgeld" der Bauern kann Bereket nun ihren Lebensunterhalt bestreiten. Da ihr körperlich schwere Arbeit nach der Operation nicht mehr möglich ist, hat sie nun mit ihrer Mühle und Dank unser aller Hilfe eine Existenz aufbauen können. Wir freuen uns mit ihr und bleiben in Kontakt mit Bereket.